Besonderer Schultag fördert Umweltbewusstsein und Zusammenhalt
„Erfolgreicher Waldbau benötigt genetisch hochwertiges forstliches Vermehrungsgut. Zudem ist die Verwendung von Vermehrungsgut mit geeigneter Herkunft eine wesentliche Grundlage für klimastabile Wälder.“ Was so trocken aus dem Mund eines Försters klingt, hat der Rotary Club Stadtallendorf mit Leben erfüllt.
Förster Hubertus Bieneck, selbst Mitglied im Rotary Club Stadtallendorf, zog mit insgesamt 28 Kindern aus der 3. und 4. Klasse der Schweinsberger Grundschule sowie einigen Clubfreunden in den Freiherrlich Schenck’schen Forst, um hier Saatgut in Form von Eicheln zu sammeln. Mit jeweils einem Eimer ausgerüstet, waren alle mit Feuereifer bei der Sache. Zwei Clubfreunde sorgten mit Blasgeräten dafür, dass die Eicheln nicht unter Laub versteckt blieben. Nach zwei Stunden waren vier Säcke mit 111 Kilogramm Saatgut eingesammelt. Als Erntelohn gab es ca. 3 Euro pro Kilogramm sowie die Pachteinnahme des Waldeigentümers. So ergaben sich am Ende der Aktion insgesamt 660 Euro für die Klassenkasse. Außerdem bekam jedes Kind von Förster Bieneck noch als Erinnerung eine Birkenbaumscheibe mit dem Schenck’schen Siegel und einem 50-Pfenning-Stück mit dem Motiv der „Baumpflanzerin“ geschenkt. Da alle mit viel Freude bei der Sache waren, soll die Aktion im nächsten Jahr wiederholt werden.
Zum Hintergrund: Aus einem Kilo Eicheln lassen sich etwa 350 Pflanzen ziehen, also über 38.000 neue Eichen! Kein Wunder, dass die Schülerinnen und Schüler nach getaner Arbeit zu Recht stolz auf ihren aktiven Beitrag zum Umweltschutz waren. Dass bei der Aktion außerdem noch die Klassengemeinschaft gestärkt wurde, war ein willkommener Nebeneffekt.

Das 50 Pfennig Stück als Symbol für die Trümmerfrauen. Eine kniende Frau pflanzt einen Eichentrieb (Entwurf von Bildhauer Martin Werner)